Freitag, 30. Oktober 2015

Horst Buchholz verstarb vor zwölf Jahren am 03. 03. 03, einem Montag. Als ich es erfuhr, war ich grad auf dem Heimweg vom Bewerbungsgespräch in Plau am See. An dem Tag war Blitzeis. Ich hab mich in der Oberärztin dort wiedererkannt, die mit dem Anästhesiechef verheiratet ist. Das Gespräch selbst kam nie zustande, da er den ganzen Tag im OP zugebracht hatte, während ich mich auf der Intensivstation umschaute, aber nix zum Übernachten zu finden war. Es war eben Blitzeis. Einen Monat vorher war die Columbia abgestürzt - am 01. 02. 03. Geblieben wäre ich sowieso nicht, zumal Claudia dort ein Wochenendhaus hatte, aber es war ein Angebot vom Arbeitsamt, sodass ich hin musste. So kam es, dass ich die Nachricht von Buchholz' Tod etwas verschnupft hörte - in einer Privatbahn. Dort ist die Bahn nämlich privat. Er war stationär - in der Charité. Ob es Kreislaufversagen war, hab ich vergessen. Ich war eben grad sauer. Da merkt frau sich nicht so viel. Es wird Zufall gewesen sein. Ein Unfall oder so. Blitzeis. Weit weg. Wie der zeitliche Zusammenhang mit Spleths vier Punkten und dem Hybrid aus Spleth, Tim und Buchholz war, hab ich vergessen und kann es aus dem Google Chrome Verlauf wahrscheinlich auch nicht mehr rekonstruieren. In einen gedachten Gedanken nochmals einzutauchen hat schon eine Magie. Etwas von Heimat. Dass aber ausgerechnet der Namensvetterin der Chefsekretärin meiner alten Klinik starb, war schon gruslig. Seele hat manchmal etwas Grusliges. Die Plauer Sekretärin hatte ein herbes Lachen am Telefon, als sie mir den Termin vorschlug, das weiß ich noch wie heute. Wie sie aussah, hab ich vergessen. Wer merkt sich schon jemanden, der ein Gespräch organisiert, aber kein Bett hat? Auf dem Heimweg hab ich dann dem Chef per Telefon bescheid gesagt, dass ich deshalb die letzte Bahn genommen hat. Der hatte keine Ahnung, wer ich war und was ich von ihm wollte. Eine komische Sekretärin. Kurz danach kam die Nachricht von Buchholz Tod per Radio. Ein bescheuerter Tag. Ein bescheuertes Datum.

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