Sonntag, 7. August 2016

Das kam von Draußen per Mail

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Bauausschusses,
sehr geehrte Interessierte,


Dresden Striesen/Blasewitz/Laubegast verfügt nach
Berlin, London und Düsseldorf europaweit über das
viertgrößte zusammenhängende Gebiet funktionierender
gasbetriebener Straßenlaternen. Man sollte meinen,
dass der Erhalt und die Wartung dieser voll
funktionsfähigen technischen Denkmäler als eine
besondere Sehenswürdigkeit von Dresden von großem
Interesse für die Stadt ist. Stattdessen wurden von
Seiten des Tiefbauamtes große Teile (30%) dieses
Laternenbestandes mit fadenscheinigen Gründen
vernichtet und die Kandelaber entsorgt. Eine 2011 ins
Leben gerufene Bürgeraktion konnte durch Eingaben und
Versammlungen bisher erreichen, dass es keinen
weiteren Raubbau gab.

Jetzt droht wieder ein wesentlicher Abbau in
Laubegast, wie heute im beiliegenden Zeitungsartikel
und
https://mopo24.de/nachrichten/amts-chef-will-gaslaternen-entsorgen-reinhard-koettnitz-dresden-sachsen-72472
zu entnehmen ist.

Es werden wiederholt falsche Argumente vorgebracht,
die wir seit Jahren widerlegen (siehe Argumentation
anbei). Die Begründung ungenügender Beleuchtung ist
hausgemacht und durch die geplante Verdichtung von 19
auf 32 Laternen natürlich zu beseitigen, aber warum
können nicht Gaslaternen aufgestellt werden, da deren
Errichtung und Betrieb nur ein Bruchteil der
elektrischen kostet? Hier arbeitet das Tiefbauamt
bewusst mit irreführenden Zahlen.

Oft werden - wie in der Altenberger Straße -
fälschlicherweise Förderungsrichtlinien angeführt,
obwohl explizit dafür kein denkmalgeschützter
öffentlicher Raum zerstört werden darf. Hier verweisen
wir auf unsere Eingabe an den Petitionsausschuss zur
Durchsetzung des Stadtratsbeschlusses. Das
mangelnde Verständnis für unsere
städtebauliche Einzigartigkeit zeigt auch der Passus
im Beschluss 533 aus dem Jahre 2011: „marginale Reste
historischer Stadtbeleuchtung sind vom Amt für
Denkmalpflege aus dem Bestand der Kulturdenkmäler zu
streichen“.  Dem Bürger sollen diese Umrüstungskosten
schmackhaft gemacht werden, indem die Wartung vieler
Laternen bewusst vernachlässigt wird. Auf Anweisung
werden z.B. nur 3 von 4 vorhandenen Brennern pro Lampe
betrieben obwohl sogar 6 nachgerüstet werden könnten.
Des weiteren wurden bisher keine fehlenden Kandelaber
wieder aufgebaut, sondern auf der gesamten Altenberger
Straße alle Laternen widerrechtlich durch
Autobahnpeitschen ersetzt. Die bewusste Vernichtung
dieses Kulturgutes  ist leider keine aus der Luft
gegriffene Unterstellung.

Wir appellieren dringend an Sie, diesem Kahlschlag
Einhalt zu gebieten und die Wartung und den Erhalt von
einmaligem öffentlichen Raum Personen mit erwiesener
städtebaulicher Kompetenz zu überlassen.


In der Hoffnung, Schaden von der Stadt abzuwenden
möchte ich Sie hiermit herzlich zu einem
"Laternengipfel" einladen, einem Treffen zwischen
Bürgern und Verantwortlichen, um Argumente
auszutauschen und tragfähige Lösungen zu finden.

Vorschlag 1.9.2016
Ort und Zeit: Wird nach Umfang der Rückmeldung
bekanntgegeben


Mit herzlichem Gruß

Prof. Klaus Morawetz

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Muenster University of Applied Sciences
Department Physical Engineering
Stegerwaldstrasse 39, 48565 Steinfurt, Germany
Tel: (+49) 2551 9 62411  Fax: (+49) 2551 9 62811
International Institute of Physics (IIP)
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e-mail: morawetz@fh-muenster.de
http://www.mpipks-dresden.mpg.de/~morawetz
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