Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des
Bauausschusses,
sehr geehrte Interessierte,
Dresden
Striesen/Blasewitz/Laubegast verfügt nach
Berlin, London und Düsseldorf
europaweit über das
viertgrößte zusammenhängende Gebiet
funktionierender
gasbetriebener Straßenlaternen. Man sollte meinen,
dass
der Erhalt und die Wartung dieser voll
funktionsfähigen technischen Denkmäler
als eine
besondere Sehenswürdigkeit von Dresden von großem
Interesse für
die Stadt ist. Stattdessen wurden von
Seiten des Tiefbauamtes große Teile
(30%) dieses
Laternenbestandes mit fadenscheinigen Gründen
vernichtet und
die Kandelaber entsorgt. Eine 2011 ins
Leben gerufene Bürgeraktion konnte
durch Eingaben und
Versammlungen bisher erreichen, dass es keinen
weiteren
Raubbau gab.
Jetzt droht wieder ein wesentlicher Abbau in
Laubegast,
wie heute im beiliegenden Zeitungsartikel
und
https://mopo24.de/nachrichten/amts-chef-will-gaslaternen-entsorgen-reinhard-koettnitz-dresden-sachsen-72472
zu
entnehmen ist.
Es werden wiederholt falsche Argumente vorgebracht,
die
wir seit Jahren widerlegen (siehe Argumentation
anbei). Die Begründung
ungenügender Beleuchtung ist
hausgemacht und durch die geplante Verdichtung
von 19
auf 32 Laternen natürlich zu beseitigen, aber warum
können nicht
Gaslaternen aufgestellt werden, da deren
Errichtung und Betrieb nur ein
Bruchteil der
elektrischen kostet? Hier arbeitet das Tiefbauamt
bewusst
mit irreführenden Zahlen.
Oft werden - wie in der Altenberger Straße
-
fälschlicherweise Förderungsrichtlinien angeführt,
obwohl explizit dafür
kein denkmalgeschützter
öffentlicher Raum zerstört werden darf. Hier
verweisen
wir auf unsere Eingabe an den Petitionsausschuss
zur
Durchsetzung des Stadtratsbeschlusses. Das
mangelnde Verständnis für
unsere
städtebauliche Einzigartigkeit zeigt auch der Passus
im Beschluss
533 aus dem Jahre 2011: „marginale Reste
historischer Stadtbeleuchtung sind
vom Amt für
Denkmalpflege aus dem Bestand der Kulturdenkmäler
zu
streichen“. Dem Bürger sollen diese Umrüstungskosten
schmackhaft
gemacht werden, indem die Wartung vieler
Laternen bewusst vernachlässigt
wird. Auf Anweisung
werden z.B. nur 3 von 4 vorhandenen Brennern pro
Lampe
betrieben obwohl sogar 6 nachgerüstet werden könnten.
Des weiteren
wurden bisher keine fehlenden Kandelaber
wieder aufgebaut, sondern auf der
gesamten Altenberger
Straße alle Laternen widerrechtlich
durch
Autobahnpeitschen ersetzt. Die bewusste Vernichtung
dieses
Kulturgutes ist leider keine aus der Luft
gegriffene
Unterstellung.
Wir appellieren dringend an Sie, diesem
Kahlschlag
Einhalt zu gebieten und die Wartung und den Erhalt
von
einmaligem öffentlichen Raum Personen mit erwiesener
städtebaulicher
Kompetenz zu überlassen.
In der Hoffnung, Schaden von der Stadt
abzuwenden
möchte ich Sie hiermit herzlich zu einem
"Laternengipfel"
einladen, einem Treffen zwischen
Bürgern und Verantwortlichen, um
Argumente
auszutauschen und tragfähige Lösungen zu finden.
Vorschlag
1.9.2016
Ort und Zeit: Wird nach Umfang der Rückmeldung
bekanntgegeben
Mit herzlichem Gruß
Prof. Klaus
Morawetz
--
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Muenster
University of Applied Sciences
Department Physical
Engineering
Stegerwaldstrasse 39, 48565 Steinfurt, Germany
Tel: (+49) 2551
9 62411 Fax: (+49) 2551 9 62811
International Institute of Physics
(IIP)
Av. Odilon Gomes de Lima 1722, 59078-400 Natal, Brazil
e-mail: morawetz@fh-muenster.de
http://www.mpipks-dresden.mpg.de/~morawetz
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