Samstag, 30. Oktober 2021

Feuerwehr 5:28 Knusperhexe
Knusperhexe 5:30 Phäochromozytom
Witwe 5:34 Koks
koks 5:35 Pils-Kandidat
Pils 5:36 Hexokinase
Schreibfehler 5:40 Wenn ich Stimmen jahrelang falsch zuordne, nur weil ich keine Lust habe mich umzudrehen, ist das für mich nach wie vor mindestens genauso ernüchternd wie das Tuchherunterreißen beim Blindekuhspiel: plötzlich werden dir alle fremd. Achterbahn kann nicht schlimmer sein als dieser Synapsensturm. Mariekondo im Frontalhirn. Sämtliche Erinnerungen werden zum Sumpf der Unwägbarkeiten. Ein Siehtauswie akzeptiere ich dagegen gelassener. Das hab ich von Kleinauf trainiert. Aber alte Ehepaare als schwul zu akzeptieren hat was von Schule des Alltags als Alienretorte fehlzudeuten: Du hoffst zwar, dass der Andere selbstbestimmt entscheidet, denkst aber trotzdem bei allem seinen siamesischen Zwilling mit. Das Fließband der Gedanken arbeitet nicht mehr analog sondern wird zu einem Gespinst von Erinnerungen, in dem du jede Vermutung einzeln hinterfragen musst, um irgendwann im Hier und Jetzt anzukommen. Wenn einer Kyrillisches Griechisch intoniert, wirbelt es für mich sämtliche so nie gegangenen Wege durch Filme und Bücher durcheinander. Vater und mein Biolehrer waren wie Feuer und Wasser - der Yves Montand unter Mutters feuchten Träumen - sodass mein Physiklehrer Vaters Bioschulfilm zur Fotosynthese spielen musste, weil er Hermann bremste. Den zum Schweigen zu zwingen, nur weil irgendwer irgendwann einen Lehrfilm zum Thema verbockt hatte, war schon wirr. Eher lässt Hoppe die nackte Lulu zweimal auftreten, nur weil wir in der ersten Reihe zu spät kommend zur Premiere um fünf Sitzplätze kämpfen.
Fernsehen 6:17 Hab Sträter jahrelang mit Wischmeyers Stimme gehört. Dagegen war Boney M. ein begnadeter Sänger. Plötzlich war er Friseur statt Schneider. So hintergangen hab ich mich nur bei der ersten Steinmeier-Audiodatei nach Schröder gefühlt. Und bei der Verwechslung werde ich heute noch wütend. Dagegen ist die Garcia-Spleth-Abgrenzung schon fast Badekur. Von jemandem ähnlich verwechselt z werden, lässt mich allerdings kalt. »Wir haben viele davon«, klingt doch fast wie »Teilzeitarbeit ist machbar, jeder ist ersetzbar«, bei dem jede Sehnsucht nach Freizeit nicht automatisch per Hexenverbrennung abgestraft wird.
Hexenverbrennung 6:38 »Du hast doch deine Arbeit, die dich glücklich macht«, begründete er regelmäßig seine irrwitzigen Extremtouren mit Freunden, bei denen scheinbar vorab Wetten fällig wurden, wer diesmal überlebt. Zu überleben fand er jedesmal so berauschend, dass er sich baldmöglichst auf den nächsten Schwachsinn einließ. Als ich gestern einen traurigen kleinen Jungen in die Spielothek gehen sah, erinnerte mich das an diese Gespräche, in denen er mit mir wie mit einem Groupier ins Gericht ging. Vielleicht hätte ich Pilot werden müssen, um ihm vom Zusammenhalt zu überzeugen, den er so nie wahrnahm. Es war fast so, als ob ihn Enttäuschung befreite. Der Briefkasten war übrigens leer, als der Junge hineinschaute, was auch immer er erwartete. Der Gehaltsstreifen wird es wohl kaum gewesen sein. Dazu sah der Kasten zu naturbelassen aus. Das Knarren der Holztreppe hatte ich so das letzte Mal bei Robotron wahrgenommen, als SRH von mir verlangte, nicht länger als sieben Tage für Christine Pohl zu arbeiten, um mich vom Team eindeutiger abgrenzen zu lernen und keinen Fehler zu festigen. Es war als ob mir der Grafikprof das zweite Mal vorwirft, dass Medizin keine akzeptable Alternative zu seinem Lebensweg sei. Aber vor der Wende war der Lebensunterhalt auch nur selten ausschlaggebend für die Berufswahl. Ich hatte damals nur die vielen enttäuschten Maler resp. ihre Produkte vor Augen und mir eingebildet Gesunden zu begleiten macht glücklich statt nur verstummen zu lassen.

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