Mittwoch, 20. März 2024

ich lese grad "adieu eltern" von christina erdmann und kann meine eigene rolle als mutter dadurch leichter verstehen. ihr ging es um das auflösen der elternwohnung. dadurch genügten mir wenige tage in einer small spaces fb-gruppe mit 70+frauen, die grad begreifen müssen, dass ihr hauptjob sich auf selbstfürsorge zu beschränken scheint und dass sie nur noch erinnerung im leben ihrer familie sind, ohne mich ihrem selbstmitleid ausgeliefert zu sehen.
Diagnosen sind die Kohlblüte der Währungsunion. Ich hoffe, du kannst die Ampel mehr genießen als ich, zumal die Grünen die Einzigen sind, die sich auch aus dem Neuen Forum alias Bündnis 90 rekrutierten. Wer nicht diagnostiziert, bleibt auf den Therapiekosten sitzen, da er der Bedarfsgemeinschaft die Denunziation des Morbiden vorenthält. Der olympische Gedanke zählt hier genauso wenig wie im restlichen Sozialsystem. Physiologisch wird es erst postmortal, wenn es um die Verwertung der Leiche geht.
Macho 9:42 »Na, Kleiner: Heute schon niedergekniet? Deine Schnürsenkel sind offen, der Hosenstall auch.« »Mit wem redest du?« »Wer sind Sie? Und was suchen Sie in meinem Headset?«
Wenn du etwas hörst, hörst du es, auch wenn es der, der das sagte, anders meinte. Isoliert dich das Gehörte, verinnerlichst du es, um es trotzdem bearbeiten zu können, bis du dein dadurch verstimmtes Bauchhirn durch Externalisieren / Outsourcen / Decluttern entlastest. Mir half dabei anfangs der Assoziations-Blaster, da er mein Selbstgespräch in Hypertext umwandelte, ohne mich unnötig mit dem Inhalt Dritter zu konfrontieren. Ich blieb also bei mir, ohne die Stimmen dank Leistungsdruck als Rollenzuweisung einordnen zu müssen und vermeintliche Erwartung zu bedienen. Irgendwann war ich dann soweit, kognitive Verhaltenstherapie als situativ entlastend wertzuschätzen und das Innere Kind in erinnerte Situationen zu begleiten, um schrittweise wieder die Dankbarkeit zu spüren, die mir bis zu meinen Flitterwochen selbstverständlich erschien. Damals hatte ich das Jawort mit der Maßgabe "jeder Mensch kann jeden lieben" gegeben, statt meiner eigenen Eitelkeit makelnd zu folgen. Eitelkeit fand ich bis dahin albern & peinlich. Ich war eben kein Wunschkind und teilte damit das Schicksal vieler meiner Generation, die nur geboren wurden, weil es die Pille noch nicht gab und Abtreibung strafbar war. Einer von vielen zu sein, ersetzt zwar keine Geborgenheit, tröstet aber über erlebte Ungerechtigkeit in der Hoffnung hinweg, irgendwann eine Lobby bilden zu können. Diese Hoffnung hab ich Leuten wie Britney Spears voraus, die auch in ihrer Fanblase nie eine von vielen sein wird.

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