Sent: Wednesday, July 01, 2015 11:35 AM
Subject: Aufhören ... Ihre letzten beiden Gedanken im
SWR
Lieber Herr Wolf,
warum denken Sie ans Aufhören? Was hat die Künstlerin gesungen? War es
tatsächlich so belanglos, dass man einfach hätte gehen können? Aufhören-zu-Rufen
ist auch der Beginn einer Kontaktaufnahme. Da wird kein Schädel aufgespießt
sondern innegehalten mitten im Kommen und Gehen, das Sie da halbherzig
begleiten, indem Sie Toleranz heucheln, aber eigentlich eher Gleichgültigkeit
meinen. Es waren keine Grabenkämpfe, die Sie da ertragen mussten, nur
Miteinander und das kann auch leidenschaftlich sein. Vielleicht kannten die
Beiden sich schon länger und die Sängerin hatte auf genau DAS Feedback
gewartet.
Herzlich
Christine
ICH HABE ANTWORT!!!
AntwortenLöschenFrom: Martin Wolf
Sent: Thursday, July 02, 2015 10:14 AM
Subject: AW: Aufhören ... Ihre letzten beiden Gedanken im SWR
Liebe Christine,
die Reihenfolge ist zwar nicht ganz zufällig, hatte hier aber keinen inneren Zusammenhang. Die einzelnen Stücke stehen also für sich.
Den Namen der Künstlerin musste ich auch noch mal recherchieren. Sie heißt Nikola Lutz und brachte eine Musikperformance: Real Life Super Heroes. Womöglich gibt es dazu auch was bei You Tube. Ich denke, die aufgebrachte Frau, von der ich erzähle, wartete auf den Beitrag eines Laienchors, zwei Programmpunkte später. Die Fallhöhe zwischen den zwei Darbietungen ist dann schon beachtlich.
Herzlicher Gruß,
Martin
Gesendet: Mittwoch, 1. Juli 2015 19:49
An: Martin Wolf
Betreff: Re: Aufhören ... Ihre letzten beiden Gedanken im SWR
Lieber Martin,
mir fiel auf, dass Sie vom HörAufZuSingen in der nächsten Sendung auf WennIchNurNochEinenTagZuLebenHätte kamen, so als ob jemand per Krebs-Staging zwischenzeitlich ein HörAufZuLeben in den Raum gestellt hätte. Der Übergang verblüffte mich. Aber vielleicht ist die Reihenfolge der Ausstrahlung auch zufällig und hat nichts mit der Chronologie bei der Entstehung der Texte zu tun. Was hat die junge Frau an dem Tag gesungen? Ist das schon lange her?Oder erinnern Sie sich noch an ihren Namen? Ist sie irgendwo auf YouTube zu erleben? Ich würde gern nachvollziehen, was die Zuhörerin derart aus der Reserve lockte, dass sie sich sogar akustisch einbrachte.
Herzlich
Christine
From: Martin Wolf
Sent: Wednesday, July 01, 2015 6:46 PM
Subject: AW: Aufhören ... Ihre letzten beiden Gedanken im SWR
Liebe Christine,
so ganz schlau werde ich nicht aus Ihrem Einwurf. Nein, belanglos war das ganz und gar nicht, was die Künstlerin da gesungen hat, nur überhaupt nicht mein Musikgeschmack – und wohl auch nicht der der Ruferin. Das aber weiß ich vorher, wenn ich zu einer offenen Kulturveranstaltung gehe, wo an unterschiedlichsten Orten zwischen Klassik, Pop und experimenteller Musik alles drin ist (hätte ich vielleicht erwähnen sollen). Darum kann man ja kommen und eine Weile bleiben oder wo anders hingehen. Und darum ist auch Buh-Brüllen in diesem Setting für mich schlicht daneben.
Der Unterschied zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit ist mir übrigens durchaus klar und um Gleichgültigkeit geht es bei dieser Sache ganz sicher nicht. Wohl um Neugier und Lust auf Kultur in vielen Facetten. Davon habe ich ja auch im Beitrag geredet. Wem das gleichgültig ist, geht gar nicht erst dorthin (es kostet nämlich).
Aber ich stimme Ihnen zu. Eine Art von Kontaktaufnahme zwischen Künstlerin und Hörerin ist Buh-Brüllen auf jeden Fall und manchmal auch eine leidenschaftliche. Und vielleicht hat die Künstlerin auch bewusst provoziert, was wir beide aber nicht wissen. Gekannt haben sich diese beiden übrigens bestimmt nicht.
Trotzdem, Danke für Ihr engagiertes Feedback!
Herzlicher Gruß,
Martin Wolf