Dienstag, 8. März 2016

Uferfiltrat im Wasserwerk Hosterwitz im August

Während der Elbwasserwelle mit Löschwasser und Flugasche aus Litvinov aus der Havarie in der Chemiefabrik  "UNIPETROL" vom 13. August war das Wasserwerk weg vom Netz. Im Zuge von Löscharbeiten gelangten 10.000 m³ Löschwasser in die Bilina, einem Nebenfluss der Elbe, der
nach 40 km Fließweg bei Usti nad Labem in die Elbe mündet. 

Das war Anlass für mich Gerlind Ostmann und Jürgen Storm von der DREWAG NETZ GmbH zu fragen, ob ich Brauchwasserqualität bezahle und Abschläge erhalte.

Die sächsischen Umweltbehörden waren im Rahmen einer Informationsmeldung über das Warnsystem "SOS Elbe" wenige Stunden nach dem Ereignis durch die tschechischen Kollegen des Povodi Labe über diese Havarie informiert worden. Durch die im Löschwasser enthaltene Flugasche kam es zur Verfärbung der Bilina. Ein Fischsterben wurde in der Bilina nicht beobachtet. Aus diesem Grund hatten die tschechischen Behörden bereits am 13. August mitgeteilt, dass keine Auswirkungen für den sächsischen Abschnitt der Elbe zu besorgen sind. Der Fließweg der Elbe von der Einmündung der Bilina bis zur Staatgrenze in Schmilka beträgt zudem weitere 53,5 km. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat nach der Havarie in Litvinov an der Gewässergütemessstation in Schmilka nahe der tschechischen Grenze keinerlei Auffälligkeiten beobachtet. 

Alle Messwerte lagen im Normbereich, was die Prognose der tschechischen Behörden bestätigt hat, dass es keine Auswirkungen auf die Beschaffenheit der Elbe gebe.

Im Trinkwasserlabor der DREWAG NETZ GmbH wurden neben mikrobiologischen und chemischen Untersuchungen organische Spurenstoffe wie PSM, PAK, PCB, CKW, LHKW, THM durchgeführt, was deutlich über die gesetzlichen Forderungen der Trinkwasserverordnung hinausgehe. Weitere Sonderuntersuchungen werden im Auftrag der DREWAG in anderen Untersuchungsstellen durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse bescheinigten dem Trinkwasser in Dresden eine beanstandungsfreie Qualität.
Für Stoffe ohne vollständige toxikologische Bewertung wurde unter dem Gesichtspunkt der gesundheitlichen Vorsorge ein "gesundheitlicher Orientierungswert (GOW)" festgelegt. Für anthropogene Spurenstoffe im Trinkwasser beträgt dieser 100 Nanogramm pro Liter. Der GOW ist so niedrig angesetzt, dass auch bei lebenslanger Aufnahme der betreffenden Substanz kein Anlass zur gesundheitlichen Besorgnis besteht. In der Elbe, deren Wasserqualität sich in den Jahren nach der Wende deutlich verbessert hat, liegt die Konzentration von organischen Spurenstoffen meistens schon unterhalb des sogenannten gesundheitlichen Orientierungswertes für anthropogene Spurenstoffe im Trinkwasser (GOW) von 100 Nanogramm pro Liter.

Die Ergebnisse der regelmäßigen Gütemessungen der Elbe und des Elbuferfiltrats am Standort der Wasserwerke Hosterwitz und Tolkewitz in Dresden waren unauffällig und lagen alle im Erwartungsbereich. Die Grundwasseranreicherung durch Versickern von aufbereitetem Elbwasser im Wasserwerk Hosterwitz war zudem zum Zeitpunkt der Havarie aus betriebstechnischen Gründen ohnehin schon mehrere Wochen außer Betrieb. Erst Ende August wurde die Elbwassergrobaufbereitung mit einer Teilkapazität wieder in Betrieb genommen.
Eine Gesundheitsgefährdung durch Trinkwasserkonsum aus dem Wasserwerk Hosterwitz konnte im Zusammenhang mit der Havarie in der tschechische Chemiefabrik mit 100%iger Sicherheit ausgeschlossen werden. Damalige Hautveränderungen hatten mit dem Trinkwasser nichts zu tun.

Es gebe keinen Grund, Angst vor einer Gesundheitsgefährdung durch das Lebensmittel Trinkwasser zu haben. Allein auch schon die Verhältnismäßigkeit bei der Beurteilung des Trinkwasseranteils an der täglichen Gesamtnahrungsaufnahme stehe dem entgegen. Andere Lebensmittel würden vielfach unbedenklich konsumiert, mit denen Mineralien, aber auch andere Inhaltsstoffe in deutlich höheren Konzentrationen aufgenommen werden, die aber nicht annähernd so häufig und umfangreich untersucht würden wie das Trinkwasser in Deutschland.
Grund dankbar für das hohe Maß an Qualität und Versorgungssicherheit der Trinkwasserversorgung zu sein. Und das bei einem in Dresden seit Jahren unverändert geltenden Preis von 2,14 EUR für 1.000 Liter Wasser mit Trinkwasserqualität.

Die Trinkwasserversorgung erfolgt in Dresden mit Trinkwasser aus drei Wasserwerken in den Stadtteilen Dresden-Coschütz, -Hosterwitz und -Tolkewitz. Das Wasserwerk Coschütz ist dabei unser Hauptwasserwerk mit einer max. Kapazität von 120.000 m³/d, gefolgt vom Wasserwerk Hosterwitz
mit max. 72.000 m³/d und Tolkewitz mit 35.000 m³/d.
Während in den Wasserwerken Hosterwitz und Tolkewitz der Elbe landseitig zufließendes Grundwasser und Uferfiltrat/Infiltrat der Elbe aufbereitet wird, handelt es sich bei dem Trinkwasser aus dem Wasserwerk Coschütz um aufbereitetes Oberflächenwasser aus der Trinkwassertalsperre Klingenberg, einer sehr gut geschützten Rohwassergrundlage.

Aufgaben und Anforderungen, die an eine akkreditierte Untersuchungsstelle für Trinkwasseruntersuchungen gestellt werden, umfassen weder toxikologische noch Forschungsaufgaben, sondern entsprechen der Trinkwasserverordnung. Bewertungsmaßstab für die Trinkwasserqualität in Dresden ist so konzipiert, dass dem Verbraucher bei lebenslangem Genuss von Trinkwasser (vom Säuglings- bis zum Seniorenalter) kein gesundheitlicher Schaden entstehen kann. Die Mindestanzahl von durchzuführenden Untersuchungen und der Untersuchungsumfang sind in dieser Verordnung festgelegt.

Selbst die Havarie in Litvinov führte zu keiner messbaren Veränderung der Elbwasserqualität 
hat. Die Untersuchungen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) haben an der Gütemessstation in Schmilka einschließlich des Biomonitorings (Daphnientoximeter) keine Auffälligkeiten gezeigt.
Die Bodenpassage des Uferfiltrats bis in die Brunnen führt zu einem sehr weitreichenden Abbau der analytisch erfassbaren Wasserinhaltsstoffe. Das in den Brunnen gefasste Rohwasser wird in den Wasserwerken danach in einem mehrstufigen Prozess aufbereitet, in den Wasserwerken Hosterwitz und Tolkewitz u.a. mit einer abschließenden Filtration über gekörnte Aktivkohle, so dass das in das Trinkwassernetz eingespeiste Trinkwasser alle Anforderungen der Trinkwasserverordnung  erfüllt und völlig bedenkenlos und sorgenfrei konsumiert werden kann.

Trotzdem nahm die DREWAG vorsorglich die Grundwasseranreicherung im Wasserwerk Hosterwitz über das gesamte Wochenende raus, da die Einleitung des petrochemischen Betriebes in Tschechien in die Elbe nicht absehbar war. 
Dabei werden mögliche Schadstoffe durch den Untergrund zurück gehalten. Die beiden Elbwasserwerke Hosterwitz und Tolkewitz wurden ohnehin zu dem Zeitpunkt geschont. Es wurde weniger Rohwasser entnommen als es technisch möglich gewesen wäre. Dafür wurde über das Wasserwerk Coschütz mit dem Talsperrenwasser mehr aufbereitet.

Andererseits wiesen noch im Entstehungsjahr der Trinkwasserschutzzonenverordnung für die Wasserschutzgebiete des Wasserwerkes Tolkewitz Kommunalhygieniker neben Psychiatern erstaunlich hohe Suizidraten auf.

Kurz danach in BaWü

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