Dienstag, 13. Juni 2017

Das Feste des Piratenprogramms ist aufwendige Fassade und Produkt unzähliger Kompromisse. Das mag für Zugvögel langweilig sein, ermöglicht aber Fragen, für die es so nur wenig Lobby gibt:

Von der Zulassung für Cannabis bei Multipler Sklerose dank André Olle Icke, der MS-erkrankt im 17. Stock eines Berliner Hochhauses lebt und seinen Lebensraum per Rollstuhl erobert,

über meine recht mühselige e-Petition zur Vermeidung von Unterbringungen bei nicht-beanspruchter Pflegestufe zur Gleichstellung psychisch Erkrankter durch vollständige Anrechnung des tatsächlich gezahlten Krankenversicherungsbeitrages auf das Wohngeld in der Hochburg der deutschen Zwangstherapie (Dresden)

bis zum Dritten schwer zu vermittelnden Wunsch nach Transparenz bei der Exekutive von Organraub und Transplantationstourismus.

Diese Forderungen gehen nicht nach einem einzeitigen Fingerschnipsen automatisch in irgendein Programm ein. Der Veränderungsprozess ist bei allem Respekt vor Softwarevielfalt basisdemokratisch und daher achtsam statt schnell. Wer ein brennendes Haus hat, muss schon die Feuerwehr rufen und nicht erst Mafia umstrukturieren.

An dem Themenkreis Psychische Gesundheit ackere ich seit Jahrzehnten und hab immer noch nicht die Sprache die Geländer genug ist um programmatisch statt populistisch anzumuten. Ähnlich geht es anderen Nerds. Dabei war unter anderem Klinische Hypnose für mich ein extrem desillusionierender Schritt, bei dem ich schmerzhaft begreifen lernen musste, was bei aller Freude am Programmieren eben alles nicht mit einem einzeitigen Deko-Schnippsen geht. Interessendivergenz ist das kostbarste Gut, das Piraten zu bieten haben. Und da hilft eben immer wieder nur Zeitlupe, auch wenn es holzschnitthaft wirkt.

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Ist der Dativ Absicht? Oder war das wer wen wem nur zum Innehalten gedacht? Mir ist bewusst, das jemand, der als 33jähriger in der Psychiatr...