Freitag, 15. September 2023

10:58 Immerhin ist die Heimatstube Gleiwitz inzwischen aufgelöst.

Ich würde dir zuhören, um den Anlass zu begreifen. Zynismus entsteht selten aus dem Nichts. Wolfgang Müller-Stoll, Vaters Doktorvater, war ziemlich mies drauf, als er ihm zu meiner Geburt einen Pudel schenkte. Er hatte grad die Dozentur entzogen bekommen, weil er die Mauer als Schwabe nicht so toll fand wie erwartet. Insofern weiß ich, was es mit einem Menschen macht, wenn er zurückgesetzt wird. Vater war schon mit uns Kindern mehr als überlastet. Mephisto war so mein ständiger Begleiter. Vater nannte ihn Conny (Adenauer). Ich brauchte trotzdem Jahrzehnte, um die Ähnlichkeiten zwischen Vater und Walter Ulbricht zu ahnen, die dem Alten offenbar den Tag vergällt hatten. Das ist erstaunlich, zumal Vater fast jeden im TV mit "Der sieht aus wie" kommentierte. Ich hab zwar gespürt, dass mir manche Leute mehr gefielen als andere, aber nie darüber nachgedacht, ob das an einer Ähnlichkeit mit Dritten liegen könnte. Im ersten Studienjahr bekam ich dann in Physiologie einen Seminarleiter, der Conny hieß und einen Pudelschnitt trug, damit begann dann auch für mich das Durcheinander im Kopf. Ich hatte großen Respekt vor beiden - dem Hund und dem Physiologen. Da unser Hund ständig ausbüchste, wunderte es mich nicht, dass der Physiologe auch nicht in Ostdeutschland blieb, obwohl sein Kind noch ganz klein war. Will sagen: So schwer es ist, jeden als einzigartig zu erleben, so wichtig ist es. Vorgestern rief mein Traumprinz mich nach Jahrzehnten das erste Mal wieder an, grad so, als ob er hier mitliest. Er saß auf einer Bank am Waldrand und schaute wechselweise in die Sterne und ins Tal - wie mein Pudel - und sagte mir, ich sei jetzt alt. Hunde altern eben doch nicht schneller.
 

manchmal ist die neue information noch zu komplex, um sie schon ins eigene gedankengebäude einzufügen. bei zeitnot reißt der kontakt gern ab. biete das dir dringliche unaufschiebbare zuerst an, wenn du auf feedback angewiesen bist, um autorisiert reagieren zu dürfen. stell dir vor, du sagst es deinem inneren kind, während es sich auf etwas anderes ihm wichtiges und dringendes konzentriert - zum beispiel aufs kochen - nimm entsprechend auf das bezug, was es grad sieht, plant und tut, ohne es dabei zu verwirren. wenn du merkst, dass der moment nicht passt, akzeptiere das. vielleicht kannst du das umfeld, den kontext, der sache anpassen. ein leerer raum, der lediglich die nötigsten requisiten enthält aber angenehm ist, sodass du dein thema in einer wünschenswerten situation besprichst. was wünschenswert ist, hängt dabei in erster linie von deiner eigenen vision ab, die du solange entwickelst, bis sie für dich machbar und vermittelbar ist. sonst wird es nur ein interessanter moment ohne nachhaltige wirkung, was für sich genommen auch reizvoll sein kann. ich war schon bei mehreren ted-videos sehr angefasst, ohne das gehörte kommentieren zu müssen.

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Dann muss die Ukraine ja regelrecht aufblühen, seitdem keine Russen mehr dort um politisches Asyl bitten. @blackrock https://t.co/WCoNu3nYO...