Dienstag, 14. November 2023

Ich war kurz vorher in der Stadtbibliothek, um Monografien der Stadtschreiber zu lesen, für die Dresden seit 1996 monatlich 1.500 Euro ausgibt, statt sich wie Kassel einen Promenadologie-Lehrstuhl zu leisten. Insofern war ich bereits etwas auf Krawall gebürstet, noch bevor Mitja den Mund aufmachte. Ich hoffe tatsächlich mittlerweile, eher anhand der Bibel Beispiele für das Umdeuten antiker Narzissen zu finden, als durch Spielmeister Mitjas willkürliche Deskriptorensuche. Statt die Aufbruchsstimmung zum Pessachfest als Brücke zwischen den Kontinenten zu verstehen, rückte das Interview die Arbeits- und Leistungsbereitschaft derart in den Vordergrund, dass sogar Noahs archaischer Aktionismus einer deutschtümelnden Galeereneinpeitschermentalität zu weichen schien, die aus eigenem Leid Dritten Leid erzeugt. Multifaktoranalyse findet eben doch nur das, was der Suchende ähnlich Spitzwegs Bücherwurm zwischen den verschimmelten Universitätsbibliotheksschinken am meisten zu vermissen scheint: Den Mohammed bin Salman des Journalismus. Jedenfalls sah ich Mitjas Vater während des Verhörs eher als Siechenmentor im Zoo und weniger in einer nach Frühblühern duftenden Käserei. Doch wer träumt schon vorsichtig statt BIG?!

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