Samstag, 8. Juli 2017

Ich hab mal unterm Friedensengel in Güstrow geschlafen - in der Nacht vom 13. zum 14. August 1986. Das war ein historischer Moment. Am Morgen drauf fragte mich eine Frau aus dem Ort, wo ihr Sohn chirosophisch gesehen sein könnte. Er hätte eine tödliche Schussverletzung. Sie zeigte mir dazu sein Passbild und seine Witwe. Hab etwas hilflos gegrinst. Englisch, der Moment. Total verzwickt war das. Immerhin hatte sie Öffentlichkeit. Es gab noch kein PsychKG. Straßentheater war das und ein bisschen Jahrmarkttreiben. 5 DDR-Mark hab ich für die einzelne Hand verlangt. Ein Wahnsinnspreis war das damals. Aber trotzdem haben viele gezahlt. Schussverletzungen waren damals nicht grad alltäglich und sprachen sich auch nicht ohne Weiteres herum. Am vortag, dem 13. hatten wir Auftrittsverbot, daher die Übernachtung in der Kirche. Der Pfarrer war persönlich angerufen worden, um das Verbot an uns weiterzuleiten. Ein mystischer Kontakt zu denen da oben war das. Immerhin wog der Engel ein paar Kilo. Organisator des Ablaufs war ein gewisser Thomas Krüger :) Er ähnelt dem WDRJohannesSimon und steht dem BPB vor. Er war grad auf Egotrip, da er nach Reifenmacherlehre und Theologiestudium dem Risiko ausgesetzt war Seelsorger zu werden. Vom Selbstverständnis her hätte er eher Sonneborn doubeln können als Huld zu gewähren. Die Käthe dagegen war schon eine Spaßbremse. Nicht umsonst heißt die Puppenfabrik Crusoe resp. Kruse. Die Art Misstrauen, die sie in die Welt hinaustrug, brachte nicht grad Partystimmung. Da hast du eher einsam auf Freitag gewartet.

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Wahrscheinlich nervt er seine Mitpatienten, sodass das Risiko einer Gefangenenrevolte höher wurde, als ein Tod außerhalb der JVA. https://t....