Dienstag, 23. Februar 2021

0:38 Meine Psychoanalytikerin war da abgebrühter. Ich finde es gut, wenn auch Ärzte für sich selbst gut sorgen und sich dazu nötigenfalls abgrenzen. Man darf niemandem aus seinem Beruf eine für ihn unüberschaubare Last machen. Stress mag Albert Schweitzer gereizt haben, ist aber keine Bringeschuld. Wenn du binnen kürzester Zeit Schrott bist, nur weil dein Nachbar deine Leistungsgrenzen nicht respektiert und expandiert, ist das unfair. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er angesichts seiner politischen Tätigkeit Teilzeitarbeit anstrebt.
0:50 Nein, wenn das Vertrauen zwischen beiden gestört ist, wäre der Behandlungsvertrag für beide riskant. Wer ganzheitlich denkt, muss das ehrlich zugeben. Und dass sie einen Anwalt einbezog, lässt nicht darauf schließen, dass sie den freien Willen des Therapeuten respektiert. Wenn Hausärzte weniger Rechte haben als ein x-beliebiger Psychotherapeut, sind sie auch nicht mit ganzem Herzen dabei sondern arbeiten nur die AWMF-Richtlinien ab, um juristisch sicheren Boden zu nutzen. Ein guter Arzt ist auch Freund. Es ist schon ein sehr weitreichender Kompromiss, wenn Krankenkassen für ihre Versicherten telefonisch Erstbehandlungen vereinbaren dürfen, um sie so zu entlasten, da der Therapeut so nicht ahnt, auf wen er sich einlässt. Aber die freie Arztwahl herbertstraßenmäßig durchzupeitschen, ist kontraproduktiv.

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