Christine schrieb am 19.6. 2016 um 08:12:16 Uhr überWühltischgrübeleien |
Patverfü? Kontakt ist wichtig. Du musst wissen, wer das ist, auf den du dich da so sehr verlässt, dass du ihm vertraust. Du musst ahnen können, wie er seine Tagesform am Tag X sein wird.
Ich finde es riskant, die persönliche Zukunftsplanung auf den Zeitpunkt der möglichen Zwangsbehandlung zu reduzieren. Damit entsteht ein Entscheidungsstau, der sich auf einen Minimalzeitraum beschränkt.
Jede Patvefü bleibt naturgemäß eine Momentaufnahme und ersetzt nicht den möglichst kontinuierlichen Aktualisierungsaufwand. Deshalb favorisiere ich das Glückstagebuch. Ich trau mich kaum noch zu fragen, ob mein Gegenüber glücklich ist. Das klingt sonst immer wie "geh schlafen". Die Zeit, die für das Erstellen einer Patverfü nötig ist, hab ich aufgewendet, um weniger von passageren Geldgebern abhängig zu sein. Die Erfahrung abhängig zu sein und ein Angebot deshalb pauschal akzeptieren zu müssen, ist traumatisierend. Es euphemisch als Lohnarbeit zu bezeichnen, macht es auch nicht besser.
Es fühlt sich mafiös an wie der elektronische Judenstern. Wenn du das nicht kennst, bin ich froh. Als ich gestern in der geschlossenen Facebook-Gruppe des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener auf Senden klickte, meldete sich noch in der selben Sekunde jemand über Skype, der den Account meines Kindes gehackt hatte. Stigmatisiert zu sein, ist wirklich nicht angenehm. Beim vorletzten Telelearning-Kursmodul erklärte mir jemand, dass die meisten, die mich über Skype kontaktieren, meine Kontaktdaten von irgendeinem Adressdatenhändler haben, der mit dem Vertrieb von Millionen Daten seinen Lebensunterhalt bestreitet. Aber dass es jetzt schon so weit geht, dass ich bei Skype von Fremden über den Account meiner Kinder kontaktiert werde, ist noch ungewohnt. Aber ich kann meine Kinder ja parallel über weitere Netze ansprechen, um abzuklären, wer da am anderen Skype-Ende ist. Das meinte ich. Und das ist es, wovon ich hoffe, dass du es nicht kennst. Denn auch wenn ich weiß, wer da grad einzugreifen versucht, heißt das noch lange nicht, dass ich in jedem Fall ein effektives Handlungsmuster habe. Als ich 1999 nach einem flapsigen Kommentar über Monsanto bei einem kostenlosen Mailanbieter wegen der Geschäftsordnung widersprechendem unamerikanischen Verhalten rausgeflogen bin, hab ich mich noch gewundert. Angesichts der Netzsperren im Vorfeld von CETA und TTPI wundere ich mich nicht mehr. Mit dem Anspruch Dritte zu schützen ist gegenwärtig offenbar in Europa alles möglich vom PsychKG trotz UN-Behindertenrechtskonvention bis hin zum Vollzug der außergerichtlichen Todesstrafe auf offener Straße. Das Gebilde ist einfach zu groß und zu schwerfällig geworden um Individuation zu gewährleisten. Trotz allem träume ich angesichts meiner offensichtlichen Schizophrenie weiter davon nach dem Kurs als Online-Redakteur Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit zu bearbeiten.
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