Sonntag, 6. September 2020

Aufräumarbeiten: NVA Marienberg MSR-7 Max Roscher

Ich habe 1981 den Vater meiner Kinder nach einem Armeeunfall kennengelernt, durch den er während des Grundwehrdienstes Heimurlaub bekam. In der Zeit wurde sein Marienberger Regiment aufgelöst. Gibt es weitere Überlebende des damaligen Manövers?  Ein Schulfreund von mir war während der Zeit ebenfalls bei der NVA, hatte aber in Brandenburg nichts vom Massenanfall dieser Verletzten erfahren. Ich selbst hab es auch nur ausschnittweise begriffen, da er kaum darüber sprach und nur andeutete, dass er nach dem Unfall Waffen und Munition einsammeln musste. Sind im Archiv angesichts der offensichtlichen Größe des Ereignisses noch Daten abrufbar? Das Manöver war verwirrend nah an der polnischen Grenze geplant worden. Bei der Kriegsgräberfürsorge verwies man mich an Rüdiger Wenzke, den Leiter "Militärgeschichte nach 1945", Ich hatte bei der Kriegsgräberfürsorge bereits nach der Datensicherheit der Sterbedaten meines Urgroßvaters im 1. WK und nach weiteren Deserteuren aus Vaters Himmelfahrtskommando im 2. WK gefragt. Insofern bin ich etwas skeptisch, was angeblich Eindeutiges beim Militär und die GPS-Koordinaten seiner Schutzbefohlenen betrifft.

Rüdiger Wenzke ist wie ich erwartet hatte, aus den ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen sowie aus der Literatur ein größerer "Armeeunfall" nicht bekannt: 

Unfälle aller Art waren in der NVA allerdings leider an der Tagesordnung. Beispielsweise starben bei Unfällen (in der Mehrheit Verkehrsunfälle) allein im Zeitraum von Dezember 1980 bis November 1982 exakt 224 Armeeangehörige; über tausend Soldaten wurden dabei verletzt. Diese Angaben betreffen die gesamte NVA mit rund 170000 Mann. Auch von einer " Auflösung" des MSR-7  ist mir nichts bekannt: Das Mot.Schützenregiment - 7 befand sich nachweislich von 1956 bis 1990 ohne Unterbrechung in Marienberg. Übungen und Manöver wurden regelmäßig durchgeführt; in der Tat gab es 1981 auch Übungen, die im Zusammenhang mit der polnischen Krise standen (u.a. Sojus -81, Drushba-81) standen. Ob es während dieser Übungen zu schweren Besonderen Vorkommnissen kam, lässt sich von hier aus nicht ermitteln, da sich alle schriftlichen Unterlagen der NVA im Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, in Freiburg/Br. befinden. Ich empfehle Ihnen daher, sich ggf. an die Kolleginnen und Kollegen in Freiburg zu wenden. 

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