Donnerstag, 10. September 2020

I-just-called-to-say-I-love 23:59 Mache dir den Schmerz zum Freund und du wirst niemals alleine sein.
Schmerz 0:05 hab gesehen, dass buchenwald himmlers idee war. die stadt wollte das kz ursprünglich hochwald nennen. der ettersberg war wohl vergleichsweise hoch. hab die buchen hinterm haus beäugt ohne die dramatik zuordnen zu können. 1929 war der weinberg gerodet worden, die waren also noch ganz jung, als sie himmler hätten inspirieren können. hesses kindheitserinnerungen finden sich hier im Rhododendron auch wieder. paula modersohn-becker hatte ich bei jedem lehmloch vor augen. alles roch nach geschichten. nur den apitz auszublenden, wenn ich die blaue rinde sah, gelang mir nur im sturm, wenn die hunderjährigen eichen zu bersten begannen. ob die die weite des weinbergs genießen konnten, als die auf dem parkett tanzten? inzwischen brauchst du viel fantasie, um den tanzboden mitten im wald zu ahnen oder die wildorchideen. storchenschnabel. aber am grusligsten war die schumann mit ihren vielen kindern, dem vollzeitjob und dem mann in der klapper. daran änderte auch die kinski-verfilmung nix. klaus kinski als vater wieck wäre mir lieber gewesen als hoppe neben groenemeyer.
Entsorgungsvorschriften 0:33 Das Bestattungsgesetz setzt sich scheinbar eher mit der Befindlichkeit der Angehörigen als mit der Kommunalhygiene auseinander. Insofern ist es schon ein Schritt nach vorn, wenn in der Dresdner Stadtverwaltung die Sachgebiete Digitalisierung, Abfall-, Friedhofswesen und Grünflächenamt gemeinsam verwaltet werden, auch wenn Trinkwasseruferfiltrat und Krematorium nicht mal optisch voneinander getrennt werden. Bei angeschwemmten Leichen bleibt dementsprechend zu hoffen, dass wenigstens die Angehörigen den Überblick behalten. Irgendwann werden vielleicht sogar die Hochschulen Angelegenheit der Kommune statt der Landesverwaltung. Dann bekommt jedes Fließband eine Seele oder sogar eine Philosophie mit einem Archiv, das Scientology vor Neid erblassen lässt.
Wahnvorstellung 0:52 hab nach jahren jetzt tatsächlich die joker-dvd in den player gelegt und die ersten minuten abgespielt. ich wusste, dass es schlimm wird. aber es wurde trotzdem noch schlimmer. ich werde es wohl nicht zu ende sehen sondern erst ans grab des darstellers gehen, um zu begreifen, dass es tatsächlich nur ein film war und nicht sein leben, um das es in dem wirren streifen ging. aber es war ja schon die zweitverfilmung und nicht das erste tief, das phoenix durchmacht. aber was jedesmal aufs neue funktioniert: sobald ich angst um jemanden habe, habe ich weniger angst um mich selbst - als ob die summe meiner angst eine konstante ist, die mich überall hin verfolgt.
Joker 1:31 50 Punkte im Canasta
Canasta 1:43 Als Kinderreiche war es meinen Eltern wichtig, uns in den Ferien etwas bieten zu können - Fernreisen oder Ferienlager waren die Optionen. Andere Kinder eroberten in ihren Ferien die Nachbarschaft. Das war das Erste, was ich dachte, als ich wegen meiner Kinder im Waldorfkindergarten vorsprach. Dort erinnerte alles an Ferienlager und nicht an Daheim. Messie-Eltern hast du selten ganz für dich, meist sind sie in Gedanken. Da genügt schon ein x-beliebiger Fernseher, damit sie in Sekundenbruchteilen abtauchen. Dann selbst abzutauchen in Mutters Notizzettelstapel war dann die intensivste Zeitreise, die ich mir als Kind vorstellen konnte - immer in Sorge, die Reihenfolge der Zettel zu verändern und dadurch entdeckt zu werden.
HorstBuchholz 1:53 starb am 3.3.03 nach einem Beinbruch. An dem Tag war Blitzeis.

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Ist der Dativ Absicht? Oder war das wer wen wem nur zum Innehalten gedacht? Mir ist bewusst, das jemand, der als 33jähriger in der Psychiatr...