Sonntag, 24. November 2019

17:24 Versicherungsmathematik ist so gut wie die Zeit, die in sie investiert wird. Je größer die Pauschale, umso härter die Verhandlung zum Transparenz-Erhalt. Alles steht und fällt mit der Leistungsdokumentation. Wer die vernachlässigt, braucht sich nicht über eine erschwerte Abrechnung der Vergütungsinhalte wundern. Als Patientenvertreter saß ich letztens in der Zulassungskommission für Ärzte in Dresden bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Da wurde über Stellen entschieden, bei denen offensichtlich war, dass der Bewerber bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung überlastet war. Er hatte so schon mehr als die regulären 40 Wochenstunden zu leisten. Aber statt den dabei entstehenden Umsatz zu quantifizieren und sachbezogen zu bezifffern, um Lasten umverteilen zu können, ging es lediglich um seine Selbstlosigkeit und menschliche Größe. Unter den Bedingungen ist es ehrlich gesagt gruslig Patient zu sein. Denn ich erwarte einen ausgeruhten, leistungsfähigen Gegenüber, wenn ich mir Zeit für mich selbst nehme, und keinen Ausflug ins Bergwerk.

17:40 Ein bisschen erinnert das an die Logik Dresdner Verkehrspolitiker vor dem Bau der Waldschlösschenbrücke: Mehr Straßen bringen mehr Verkehr, hieß es damals. Leider wurde es nicht nur mehr Verkehr, der Verkehr wurde auch aggressiver. Zeitnot ist kein Kavaliersdelikt mehr sondern normal. Mehr Kinder in stationären Unterbringungen sind auch mehr Kinder, die beizeiten im Hospiz landen.

17:57 in der uniklinik dresden ist die zusammenarbeit mit dem betreuungsgericht so intensiv, dass umtägig ein gerichtlicher betreuer verfügbar ist, um dem werbocktbleibt therapien folgen zu lassen. die dokumentation erfolgt dabei in einer weise, dass auch nahe verwandte begreifen müssen, dass sie da von einem zombie umgeben waren. da eine neurochirurgie im haus ist, gelangst du trotz widerspruch binnen kurzem auch zum tumorausschluss ins mrt. wer das alles überlebt, kann über krampftherapie nur müde lächeln.

der-magische-ort 22:20 auf dem gästebett in bauchlage, die zehen eins mit dem teppichboden und das notebook vor der nase. aus dem notebook radio, irgendein beliebiger sender aus irgendeinem beliebigen ort. dabei den eigenen und nur den eigenen gedanken nachhängen ohne darauf achten zu müssen, ob irgendjemand sich durch die eigene gdankenabfolge unterbrochen oder gar irritiert fühlt. dem gedanken nachgehen bis er versandet, ausufert, sich auflöst im nichts. etwas was dir kein kneipengespräch ermöglicht, wo spätestens nach zweistündigem monolog irgendwer jetzt-halte-aber-mal-die-luft-an sagt.
der-magische-ort 14.7. 2018 um 3:09 Magie ist keine Konstante, die sich in 3D abrufen lässt. Kraftorte leben von ihrer Veränderung.

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Ist der Dativ Absicht? Oder war das wer wen wem nur zum Innehalten gedacht? Mir ist bewusst, das jemand, der als 33jähriger in der Psychiatr...