Samstag, 29. September 2018

11-09-01TödlichfürBürgerrechteundDemokratie 23:10 Hat mich weniger berührt als der 01-02-03, weil ich nicht allein im Raum war, als das Ereignis live übertragen wurde. Es gab ein Hier und Jetzt, das ich dem entgegensetzen konnte. Ich war es gewohnt, dass immer irgendetwas Existentielles irgendwo geschieht. Aber 2003 war es so, als ob zwischenzeitlich die Zeit stillsteht, ohne dass eine Veränderung möglich zu sein schien. Du hattest lediglich die Wahl den Countdown mitzuzählen oder den Raum zu verlassen. Das Übertragungsgerät auszuschalten war mir eigenartigerweise nicht eingefallen. Sieben Punkte bietet der Blaster an. Das ist eins seiner Spiele, die er so spielt, sobald er sich langweilt.
Veränderung 23:15 wenn ich die zeit zurückdrehen könnte wäre ich nie in der chemopraxis gewesen und hätte meine brauen noch mein gesicht ist mir fremd ohne die brauen. und das gesicht zu bemalen damit es mir vertrauter wird macht mich krank
brauen 23:26 ich war nie sonderlich stolz darauf. sie waren einfach da. ich wäre nie auf die idee gekommen dass sie irgendwann fehlen und fand es albern sie zu verändern. der mittelscheitel war ungünstig. ständig strichen die strähnen über die stirn, anders als beim ponny. aber deshalb jetzt keinen scheitel mehr zu tragen nur damit sie nachwachsen wäre auch übertrieben. ständig ponny schneiden. außerdem findet rainer ponny blöd, sodass ich jeden tag, wenn ich bei ihm vorbeikomme huchdasponny denken würde. naja. brauen. egal.
LiebeZeitLebenMenschenWahrheitKriegAngstsexKaffee 23:36 Als Kind hatte ich oft davon geträumt dass sich meine Eltern lieben, sich so von ganzem Herzen mögen. Stattdessen war ich für Mutter das, was heute meine Psychiaterin erledigt: erste Adresse in Sachen VaterHatSieEnttäuscht. Vater spürte das natürlich und verkroch sich immer tiefer in seine Arbeit. Die gab ihm Schutz. Ilona dazu zu sprechen hab ich mir als Kind nie getraut. Sie war so in etwa das Erwachsenste was ich mir damals vorstellen konnte: Mutter, Single, GOL-Vorsitzende, Vaters Assistentin und vor allem ein Schandmaul. Sie hatte bereits damals zu allem eine Meinung. Auch zu Vater. Das gab ihm Halt. Sie schmetterte ihm ihre Meinung sofort schonungslos ins Gesicht. Das war etwas, was Mutter so nie geschafft hatte. Es war eben eine andere Generation. Jetzt, Jahre nachdem Vater längst in Rente gegangen ist, kommen wir allmählich ins Gespräch und Ilona legt schrittweise die burschikose Art ab, mit der sie jedweder Eifersucht vorzubeugen versucht hatte.

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